Diagnose Krebs – nicht selten gestellt und immer ein Schock. Trotzdem ist Hilfe möglich.

„Krebs“ ist eine Erkrankung, bei der Körperzellen anfangen sich unkontrolliert zu teilen. Es entsteht ein sogenannter Tumor, eine Gewebeneubildung.

Wenn die Zellen sich nur in einer Lokalisation des Körpers teilen und gut abgegrenzt wachsen, ohne in andere Regionen des Körpers zu streuen, spricht man von „gutartig“. Wachsen die Zellen besonders schnell, infiltrieren das umliegende Gewebe und streuen in andere Regionen des Körpers, bilden sogenannte Metastasen, so nennt man den Krebs „bösartig“.

Leider tritt auch beim Tier eine Krebserkrankung nicht selten auf.

Die Ursachen sind vielfältig und in den meisten Fällen nicht sicher geklärt. Neben Umweltfaktoren spielen auch genetische Ursachen eine Rolle. Einige Krebsarten treten beispielsweise häufig bei speziellen Rassen auf. Zudem werden die Tiere heute glücklicherweise immer älter und Krebserkrankungen treten häufig im Alter auf.

Eine Krebsdiagnose ist für den Tierbesitzer ein Schock, da es sich um eine ernste Erkrankung handelt. Aber wie beim Menschen gibt es mittlerweile auch beim Tier in vielen Fällen eine zielführende Therapie, die Hoffnung verspricht.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist eine sichere Diagnose.

Für eine möglichst zeitige und genaue Diagnose stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung. Hierzu gehören, neben einer Allgemeinuntersuchung, Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen, der Ultraschall und auch Schnittbildverfahren wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT).

Anhand einer Probenaufnahmen und einer patho-histologischen Zelluntersuchung erfolgt dann eine Diagnose und genaue Klassifikation des Tumors. Diese ist wichtig, um eine speziell abgestimmte Therapie planen zu können.

Ziel der Behandlung einer Krebserkrankung sollte es sein, den Krebs zu beseitigen oder eine gute Lebensqualität zu erhalten. Dies ist in vielen Fällen möglich, auch wenn die Diagnose noch so schlimm klingen mag.

Die Therapie von Krebserkrankungen hat mehrere Ansätze.

In erster Linie wir meist versucht den Ursprungsherd, den sogenannten Primärtumor chirurgisch zu entfernen.

Ob dies gelingt und einen langfristigen Therapieerfolg nach sich zieht, hängt von mehreren Faktoren ab.

Idealerweise hat der Tumor noch nicht gestreut, ist gut vom gesunden Gewebe abgegrenzt und hat eine niedrige Tendenz wieder aufzutreten.

Wenn es unter diesen Umständen gelingt, den Tumor zu entfernen, kann der Patient meist langfristig geheilt werden.

Weiterhin wird auch eine medikamentöse Tumortherapie angewendet.

Hierzu gehört die klassische Chemotherapie. Diese beinhaltet die Anwendung von Medikamenten, , die das Zellwachstums, insbesondere der Tumorzellen unterbinden und zerstören. Aber auch Medikamente zur palliativen Therapie wie beispielsweise homöopathische, pflanzliche Präparate werden in der Therapie von Krebserkrankungen eingesetzt.

Welche Therapie wann zum Einsatz kommt, sollte vom jeweiligen Zustand und Befund des Patienten abhängig gemacht werden.

Sicherlich leuchten bei dem Wort „Chemotherapie“ alle Alarmlampen. Es handelt sich nun mal um Substanzen, die teilweise sehr starke Nebenwirkungen entwickeln können.

Trotzdem ist der Einsatz bei einigen Tumorarten auch beim Tier hilfreich. Hierbei muss genau abgewogen werden, bei welchen Patienten der Einsatz dieser Substanzen sinnvoll ist.

Durch eine kompetente und ausgewogene Anwendung dieser Medikamente sind Nebenwirkungen selten und gut zu kontrollieren.

Wir setzen Chemotherapeutika immer dann ein, wenn zu erwarten ist, dass diese Therapie das Leben des Tieres deutlich verlängert und oder die Lebensqualität verbessert.

Dies ist in zahlreichen Fällen möglich.

Beispiel Gary:

„Gary“ ist ein junger, lebenslustiger Golden Retriever Rüde, der mit vier Jahren die unerwartete und folgenschwere Diagnose“ B-Zell-Lymphosarkom“ erhielt. Hierbei handelt es sich um einen bösartigen Tumor des Lymphgewebes, insbesondere der Lymphknoten.

Obwohl diese Diagnose zum Verzweifeln klang, entschied sich sein Herrchen zu einer speziell auf ihn abgestimmten Therapie. Hierzu gehörte auch der Einsatz von Chemotherapeutika.

Garry bekam drei unterschiedliche Medikamente über einen Venenkatheter im wöchentlichen Abstand verabreicht. Nach vier Wochen wurde der wöchentliche Abstand verlängert.

Garry vertrug die Therapie gut. Am Anfang kam es einen Tag nach dem Verabreichen der Medikamente zu Erbrechen, das aber nur kurz anhielt.

Nach mittlerweile zwei Jahren nach Diagnosestellung ist Garry symptomfrei und bekommt derzeit keine Medikamente mehr. Er ist ein lebensfroher und sportlich aktiver Hund und freut sich, seine glücklichen Familienmitglieder   auf Trab zu halten.

Ein weiteres positives Beispiel ist „Judy“. Judy ist eine 13 Jahre alte Border Collie Hündin.

Auch bei Judy wurde im Alter von 12 Jahren Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert.

Die genaue Diagnose und die patho-histologische Untersuchung zeigten, dass die Krebsform, die bei Judy vorlag gut auf eine Chemotherapie ansprechen würde.

Auch wenn am Anfang Zweifel bestanden, ob man einem Hund in diesem Alter noch so therapieren sollte, entschieden sich Judys Besitzer doch für eine Behandlung.

Für Judy wurde ein spezielles Behandlungskonzept geplant und durchgeführt.

Sie bekam in wöchentlichen Abständen zwei Medikamente verabreicht. Judy vertrug die Medikamente gut und hatte, bis auf vorübergehende Übelkeit und leichtes Erbrechen, keine Nebenwirkungen. Ihre Lebensqualität ist gut und sie ist, knapp ein Jahr nach Therapiebeginn, bei gutem Allgemeinbefinden und hat wieder Freude am Leben.

Diese Beispiel e zeigen, dass man auch bei einer ernsten Diagnose nicht verzweifeln sollte und die Möglichkeiten der modernen Medizin und auch alternativen Heilmethoden individuell für den jeweiligen Patienten nutzen kann.

Dazu gehört auch der dosierte und überlegte Einsatz von Chemotherapeutika.

Es geht nicht darum ein Überleben um jeden Preis, sondern ein Überleben bei guter Lebensqualität zu erreichen. Daher sollte man bei der Diagnose Krebs nicht gleich die „Flinte ins Korn werfen“.